Seit dem 1. Januar 2026 gilt in Deutschland ein gesetzlicher Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde. Das bedeutet für Vollzeitbeschäftigte eine Erhöhung des monatlichen Mindestlohns auf rund 2.400 Euro brutto. Was bedeutet das in der Praxis?
Mindestlohn-Entwicklung im Überblick
| Jahr | Mindestlohn/Stunde | Vollzeit (160 h/Monat) brutto |
|---|---|---|
| 2022 | 10,45 € (ab Okt: 12,00 €) | 1.672 € / 1.920 € |
| 2023 | 12,00 € | 1.920 € |
| 2024 | 12,41 € | 1.986 € |
| 2025 | 12,82 € | 2.051 € |
| 2026 | 13,90 € | ca. 2.224 € |
Was verändert sich für Minijobber?
Die Minijob-Grenze ist direkt an den Mindestlohn gekoppelt. Da der Mindestlohn gestiegen ist, steigt auch die Minijob-Verdienstgrenze von 556 Euro (2025) auf 603 Euro monatlich. Das entspricht 7.236 Euro im Jahr. Minijobber dürfen damit mehr verdienen, ohne aus dem Minijob-Status zu fallen. Bei 13,90 Euro Stundenlohn entspricht das rund 43 Stunden Arbeit pro Monat.
Welche Branchen sind besonders betroffen?
Der gesetzliche Mindestlohn greift überall dort, wo zuvor Löhne unter 13,90 Euro gezahlt wurden: Einzelhandel, Gastronomie, Reinigungsgewerbe, Pflegehilfe, Landwirtschaft und Teile des Handwerks. Viele Tarifverträge liegen bereits darüber — hier ändert sich nichts direkt.
Ausnahmen vom Mindestlohn
Der Mindestlohn gilt nicht für: Auszubildende (für diese gilt die Mindestvergütung nach BBiG), Personen unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung, Langzeitarbeitslose in den ersten 6 Monaten nach Wiederaufnahme einer Beschäftigung sowie ehrenamtlich Tätige.
Ausbildungsmindestlohn 2026
Auch die Mindestausbildungsvergütung nach BBiG steigt: 724 Euro im 1. Lehrjahr, 854 Euro im 2. Lehrjahr, 977 Euro im 3. Lehrjahr und 1.014 Euro im 4. Lehrjahr (sofern vorhanden).
Was tun, wenn der Arbeitgeber den Mindestlohn nicht zahlt?
Arbeitnehmer können rückwirkend für bis zu 3 Jahre den Mindestlohn einfordern. Die Zollbehörde ist für die Kontrolle des Mindestlohngesetzes zuständig. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 500.000 Euro. Wer Ansprüche geltend machen möchte, sollte Arbeitszeiten dokumentieren und sich an einen Anwalt für Arbeitsrecht wenden.